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Nagelmodellage ist die künstliche Verlängerung und Verstärkung der menschlichen Finger- und Fußnägel mit Hilfe von Gel, Fiberglas/Seide oder Acryl.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Verfahren
2 Verarbeitung und Materialien
2.1 Acryl
2.2 Gel
2.3 Fiberglas
3 Nail-Art
4 Gesundheitliche Unbedenklichkeit
5 Auswirkungen auf den Nagel
6 Gefahren

Verfahren [Bearbeiten]
Nagelmodellage hat ihren Ursprung in der Zahn-Medizin. Nagelverlängerungen und -Verstärkungen kommen ursprünglich aus der Prothetik und sollten den Verlust der Nägel durch temporäre künstliche Nägel in Berufen ersetzen, in welchen Nägel vonnöten sind.

Reihenfolge einer Nagelmodellage: Dem Kunden werden die Hände und Nägel desinfiziert. Die Nägel werden entfettet, die Nagelhaut zurück geschoben und mit einem Buffer für die Modellage vorbereitet. Um eine Verlängerung vorzunehmen können jetzt mit Nagelkleber Nagelspitzen aus Kunststoff angeklebt werden, oder die Nageldesigner/-in arbeitet mit einer Schablone. Diese wird bündig unter den Naturnagel geschoben, um später darauf die Verlängerung an den Nagel zu modellieren. Bei der Naturnagelverstärkung wird nur der eigene, natürlich gewachsene Nagel mit einer Schicht Modellagekunststoff überzogen um ihn zu schützen.

Verarbeitung und Materialien [Bearbeiten]
Das Material, aus dem die künstlichen Nägel bestehen, ist in jedem Fall ein Acryl, das sich durch die Verarbeitung und vor allem die Aushärtung von den anderen unterscheidet, auch wenn die Bezeichnungen hierfür etwas irreführend sind.

Acryl [Bearbeiten]
Sogenannte Acrylnägel werden mithilfe eines Zweikomponentenacryls, einer Flüssigkeit und einem sehr feinen Acrylpulver, aufgebaut. Das Acryl-System wird auch Pulver-Flüssigkeit System genannt. Dieses System härtet nach dem Mischen der Komponenten selbständig aus. Das Material zeichnet sich durch seine große Härte aus, das es möglich macht, den gesamten Nagel sehr dünn und präzise zu verarbeiten.

Gel [Bearbeiten]
Als Gelnägel werden Nägel die mit der Gel-Technik verarbeitet werden bezeichnet. Das Gel besteht aus einem UV-reaktiven Acrylgel, welches unter UV-Licht aushärtet. Die Nageldesignerin besitzt dazu ein eigenes Härtungsgerät, in das der Kunde seine zuvor mit Gel modellierten Hände legt. Das Gel härtet in 1 bis 2 Minuten unter der Lampe aus. In das flüssige Gel können besonders gut bunte Gele und sonstige Verzierungen wie Kristallsteinchen, Trockenblumen, Einlegemotive etc. eingearbeitet werden.

Fiberglas [Bearbeiten]
Heute kaum noch üblich ist das Fiberglassystem, bei dem mittels eines Resinklebers Textilstreifen, meistens Glasfaser oder Seide, in mehreren Schichten aufgebracht und versiegelt werden. Diese Methode wird aber manchmal noch gebraucht, um eingerissene Naturnägel zu reparieren und ihnen die nötige Stabilität zu verleihen.

Nail-Art [Bearbeiten]
Die Verzierung des fertigen Nagels nennt man Nailart. Die schlichteste Variante ist der Frenchlook, bei dem die Nagelspitze aus natur- bis strahlend weißem, der Rest aus transparentem oder leicht milchigem Material gearbeitet wird. Jedoch gibt es für die Kreativität der Designerin und dem Kunden kaum Grenzen, die Nägel können beklebt, mit einem Airbrushmotiv versehen, mit Farben und Glitter verziert und in viele extravagante Formen gebracht werden. Eine Nageldesignerin kann einen Kunstnagel aber auch so aussehen lassen, als wäre er ein völlig natürlicher Nagel. Aus diesem Grund tragen auch mehr und mehr Männer, die Fingernagelkauer sind, Kunstnägel, um so gepflegte Hände zu haben.

Gesundheitliche Unbedenklichkeit [Bearbeiten]
Alle in einem korrekt arbeitenden Nagelstudio verwendeten Materialien müssen auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft und anschließend zum Gebrauch freigegeben werden. Dennoch kursieren immer wieder Gerüchte über die Schädlichkeit von Nagelmodellagen.

Auswirkungen auf den Nagel [Bearbeiten]
Nach dem Entfernen einer Modellage ist der Naturnagel darunter dünn und weich, weil das Keratin der Nagelplatte keinen Kontakt mit der Luft hatte, um auszuhärten, außerdem ist der Nagel vor der Modellage ja leicht angeraut worden, was ohnehin dünne Nägel schwächen kann. Der nachwachsende Nagel ist aber durch die frühere Modellage nicht verändert worden, nach ca. 3 - 4 Monaten hat der Nagel seinen Zustand vor der Modellage wieder vollständig erreicht.

Gefahren [Bearbeiten]
Bei einer Bearbeitung des Nagels ist es möglich, sich mit einem Nagelpilz oder einer anderen Nagelerkrankung zu infizieren, besonders, wenn nicht nach den entsprechenden Hygienestandards gehandelt wird. Auch ein zu starkes Feilen des Nagels bis in das Nagelbett ist sehr schmerzhaft und erhöht das Risiko einer Infektion.

Der Träger einer Nagelmodellage kann durch Herunterreißen dieser seine eigene Nagelplatte schwer schädigen. Dies kann auch dazu führen, dass das Wachstum des Nagels beeinträchtigt wird (welliges Nachwachsen, etc.) wenn durch die hohe Hebelwirkung eines langen künstlichen Nagels die Wachstumszone des Nagels geschädigt wurde. Auch in evtl. unbemerkten leichten Abhebungen wachsen durch das feuchtwarme Milleu Keime besonders schnell.

Insbesondere Menschen, die in Berufen arbeiten, in denen Händehygiene wichtig ist (z.B. Küchenpersonal, medizinisches Personal, Pflegende usw.) sollten von künstlichen Fingernägeln Abstand nehmen, da die Wahrscheinlichkeit von Keimbesiedlung durch die Verletzung des Nagels viel höher ist als mit Naturnägeln. Auch nach Entfernung der Modellage ist der Nagel durch das Schleifen noch einige Monate lang besonders Anfällig für Keimbesiedlung. Oft ist das Lackieren und Tragen von künstlichen Nägeln durch die Hygienestandards des Arbeitgebers streng untersagt.